Tag 8 – Beijing – Tee, Tee und habe ich schon Tee erwähnt?

19 Aug

Dieses Mal war eswieder ein Tag zur freien Verfügung, als verfügten wir mal frei drüber.

Ying wollte uns den Teemarkt in Beijing zeigen und wir fuhren erst mit der U-Bahn bis Nanishili und dann noch mit dem Bus einige Stationen. Dort war dann tatsächlichTeeladen anTeeladen, doch noch kein richtiger Markt. Da Ying noch mit ihrer Schwester telefonierte, streiften wir los und sahen uns die Teeläden an. Sogleich wurden wir hinein gebeten von einer netten Frau und an einen Tisch mit Teeschälchen gesetzt. Sie kredenzte uns einen schönen, aber schnell bitter werdenden Tee, einen Oolong, soweit ich mitbekommen hatte. Ying musste mittrinken, obwohl sie Tee gar nicht so mag, denn sie verträgt Koffein nicht sogut. In einem Land, wo haufenweise Tee getrunken wird, eine schlechte Sache 🙂

Auf jeden Fall haben wir da wieder die Freundlichkeit der Chinesen mitbekommen, nachdem es tagelang an dieser eher gemangelt hatte. Mir waren viele Chinesen eher egoistisch rübergekommen. Eine Schlange ist nicht zum hinten anstellen, sondern zum Durchdrängeln, rote Ampeln werden ignoriert und mit Hupen wird Platz auf der Strasse geschafft und noch viele andere solcher Beispiele. Wenn es darum geht, nicht als Letzter da zu stehen, sind die Chinesen richtige Egoistenschweine. Das bestätigte auch Ying, als ich sie fragte und sie erklärte mir, dass es einfach auch an der grossen Bevölkerung des Landes liegt. Wenn hier jemand was erreicht, dann ist er spitze und hat dafür gekämpft. Deswegen will keiner als Schlusslicht darstellen, denn so verliert man sein Gesicht, steht vielleicht auch als faul da. Das Land des Lächelns lächelt also nur, wenn es um Profit geht oder wenn es gerade nichts zu gewinnen gibt und man sich auch mal leisten kann freundlich und gelassen zu sein 🙂 Das geschieht vor allem, wenn man an stilleren Orten ist, wo noch die Ruhe wichtig ist oder eben, wenn man einen kleinen Teeladen besucht 🙂

Die Frau war auch nicht sauer, dass wir nichts kauften, sondern nur nach dem Weg zum Markt fragten. Sie sagte auch zu Ying noch, dass wir erst einmal zum Markt gehen sollten und dann vielleicht nochmal zu ihr kommen sollten, wenn uns ihr Tee geschmeckt habe. Sie hätte zwar sicher etwas gleich verkaufen wollen, doch Kunden werden hier definitiv zu nichts gezwungen und wirklich ungastlich kam mir ein Verkäufer hier noch nie daher. Der Kunde ist noch König, auch wenn der sich manchmal mit Feilschen ganz schön durchzukämpfen hat.

Den Teemarkt fanden wir dann mit etwas herumgefrage. Das Fragen kann in China folgende Ergebnisse erzielen: 1. Der Chinese ist gar nicht aus Beijing und sieht nur – wie jeder Chinese – so aus, als wäre er ortskundig…. 2. derjenige hat nur eine leise Ahnung oder denkt, man meint einen anderen und führt einen mal dort hin, um einfach geholfen zu haben und 3. er weiss es tatsächlich und führt einen richtig… Es gibt auch noch 4. der Chinese, den man eigentlich gefragt hat, weiss es nicht, aber rein zufällig hat ein anderer gegenüber auf der Strasse das mitgehört und brüllt einem den Weg entgegen und zeigt in die für ihn richtige Richtung…

Ja, gefunden haben wir den Markt tatsächlich, aber nur, weil Ying Chinesin ist und chinesisch kann. Wir wären da sowas von aufgeschmissen gewesen. Auch später im Markt, 2 Stockwerke voll mit kleineren Teeläden und alle sprachen Chinesisch. Nur wenige veruchten uns mit Englisch in ihre Läden zu locken. Hier ist es übrigens so, dass man in einen Verpackungsladen geht, sich dort seine Verpackung kauft und dann in den Teeläden den Tee. Auch muss man verdammt viel Zeit mitbringen, denn insgesamt gibt es zig verschiedene Teemärkte (wir waren in 3) mit 2 bis 4 Stockwerken und über 600 Teeläden. Ich bekam von Ying einiges noch über den Teeund die Teetiere erklärt. Da wir selbst ja eine kleine Teezeremonie zu Hause machen wollen, wollte ich mir auch so ein Teetier holen. Also gingen wir auf die Suche danach. Es sollte ein Gui Long sein, also einer der 9 Drachenkinder, die Drachenschildkröte. Erst fanden wir eine kleine, ausgepreist mit 75 Yuan, dann einegrössere, aber für 150 Yuan. Also schauten wir weiter, denn erst einmal war Preisvergleich wichtig, dann kommt das feilschen. Schlussendlich fanden wir einen schönen für 40 Yuan, der auch recht gross war.

Ying brauchte noch Blütentee, doch erst führte uns der Weg in einen Supermarkt, denn sie brauchte auch etwas zu Trinken. Dort holte ich noch dunkle Sojasosse und ein paar wenige Gewürze. Leider haben wir hier das Problem, dass oft auf den Gewürzen gesagt wird, für was es ist und wenn der Zoll Chicken oder so liesst, denkt der vielleicht, wir bringen Fleisch mit über die Grenze.. Schon bissel bescheuert. Vielleicht mache ich das wirklich noch und tüte das Zeug extra um, damit der Zoll da nicht zwischenpfeifft…grr….

Ying fand schlussendlich ihren Tee auch noch und wir fuhren mit ihr noch im Taxi zu einer Kreuzung, wo wir uns trennten. Sie fuhr weiter zu einer Verabredung und wir suchten die Ubahnstation,die wegen einer Baustelle nichtmal so einfach zu finden war. Unsere Spürnasen brachten uns aber auf Anhieb dort hin. Von dort gings zurück ins Hotel und wir entspannten.

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3 Antworten zu “Tag 8 – Beijing – Tee, Tee und habe ich schon Tee erwähnt?”

  1. avatar
    Celaeno 24. August 2012 at 22:49 #

    Von Teetieren habe ich ja noch nie gehört.
    Sind die als eine Art Glücksbringer gedacht oder wozu genau werden die verwendet?

  2. avatar
    Ethion 25. August 2012 at 16:08 #

    Teetiere haben zum einen ihre Bedeutung als Tier selbst (wenn man welche mit Bedeutung holt) und zum anderen sind die dazu da, überschüssigen Tee darüber zu giessen. Durch die Art des Tons, aus dem sie gefertigt werden, vor allem dessen Poren, bekommen sie mit der Zeit dann einen interessanten Glanz. Sie sehen dann also toll aus und wenn es Fabeltiere oder Feng-Shuitiere sind, dann haben sie eben noch die Schutzbedeutung (oder was auch immer sie für eine haben). Meine Drachenschildkröte schützt zum Beispiel vor Unheil und Gefahren und die Schildkröte an sich steht auch für zehntausendjähriges Leben, also Langlebigkeit. Sie steht auch in der verbotenen Stadt und ich hatte mich da schon in sie verliebt 😀 Es gibt aber auch Tiere, um einfach nur niedlich auszusehen und den Teetisch zu verzieren. Gabs zum Beispiel auch ganz süsse Eichhörnchen oder Igel.

  3. avatar
    Maja 7. September 2012 at 11:55 #

    ich habe im Internet gesucht, man findet rein gar nichts über teetiere.
    ich wollte mich darüber informieren…

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