Tag 9 – Beijing – Ein seltsamer Kochkurs

20 Aug

Gemeinsam mit unserem Guide ging es zu einem Markt nahe Wangfujing. Wir hatten ja erst gedacht das sein ein Grossmarkt, so wie man das von Youtube kennt. Weil wir auch gedacht hatten, wir lernen das Kochen in einem Restaurant.
Aber es war völlig anders und wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir das Geld dafür gespart.

Wir kauften in einem typischen kleinen Gemüsemarkt alles,was wir brauchten. Dieser Markt war eine Halle, ungekühlt alle darin, in der ein paar Tische und Boxen als Marktstände rumstanden, wo nahe der Tür Gewürze und Sossen, nächste Reihe Gemüse, dann Obst und dann Fleisch und Fisch verkauft wurde. Beim Fleisch wars dann schon ganz schön eklig, vor allem für Reinlichkeitsfanatiker. Die alten, ausgemusterten Fleischtheken rosteten dahin und darin lag das Fleisch, offensichtlich von einem einzigen Tier, denn es gab nur bestimmte Stücke zu bestimmten Mengen. Also praktisch so viel, wie in etwa dort verkauft werden konnte und wenn es nichts mehr hatte, wars eben weg.
Wir kauften Schweinefleisch mit grosser Speckschwarte daran, welches dann auf einem sicherlich schon ewig nicht mehr richtig gewaschenes Holz-Brett gelegt wurde und dann eingetütet wurde. Das Huhn wurde unter zig anderen Hühnerteilen, wie Füssen, Keulen, Hälzen und massenhaft Herzen in einer Tüte hervorgefingert und dann ebenfalls eingetütet.

Vom Geruch her lag schon Verwesung in der Luft, aber nur leichtes, eben so, als wenn man Fleisch ein paar Stunden in der Wärme liegen lässt. Noch nicht so, als wenn das Fleisch schon tagelang hinter der Fleischtheke Grünspan ansetzt. Auch der Fisch, der dort verkauft wurde, war recht frisch, was man u.a. an dessen Augen erkennen konnte. Auch wurde dort das Fleisch strickt getrennt. Es gab für jedes Tier einen Stand. Huhn, Rind, Schwein und Fisch also jeweils mit eigenem Verkäufer und Stand.

Wir begaben uns dann zur Küche, wo wir auf den Koch warten sollten. Die Küche war aber keine Restaurantküche, sondern eine von einer christlichen Frauenvereinigung. Sie war recht sauber im Kochbereich, an der Decke wimmelte es allerdings von Schimmelpilzen, welche riesen Flecken an der Decke bildeten.

Wir gingen erst einmal noch die Gebäude des Hutongwohnhauses anschauen, welches früher ein Arbeitshaus eines Generals gewesen war. Dort fanden wir dann auch eine Turnhalle, in der eine Frau und ein Mann Tischtennis spielten und sie luden uns ein mitzuspielen. Wir kamen auch ein wenig ins Gespräch und unser Guide und auch unser Fahrer versuchten sich ebenso. Sie waren viel besser, als wir, denn Chinesen spielen oft in ihrer Kindheit und Jugend. Ich hatte vor vielen vielen Jahren vielleicht 1-2 Mal wirklich gespielt und war nie richtig gut gewesen….eher miserabel…
Dann warteten wir weiter auf unsern Koch und unser Guide machte die Reiseverantalter zur Schnecke, weil der Koch schon üerfällig war. Dieser kam dann irgendwann und wir konnten anfangen.

Allerdings muss ich sagen, dass ich mir das so vorgestellt hatte, wass man wirklich selbst schneidet, kocht und vomKoch auf Fehler hingewiesen wird.

Aber der Koch begann erst einmal selbst zu schneiden, bereitete Ingwer, Lauch und Knoblauch vor. Dann kamen wir zum Fleich, welches abgespühlt wurde und welches er dann von unnützen Dingen befreite. Ich durfte dann das Fleisch fein schneiden (Schwein) und würfeln (Huhn). Danach übernahm der Koch wieder alles, schmiss alles in den Wok, schmeckte ab und fertig wars. Viel gelernt habe ich da nicht.

Aber gut, das Essen hat geschmeckt und ich habe nun noch die Zubereitung von Yu xian ro si (Schweinefleisch mit Fischgeschmack) gesehen. Auch die Rezepte für Gung Bao mit Huhn und Yu xian ro si sind nun mein und sicherlich werde ich das auch zu Hause mal kochen. Interessant ist auch, dass diese beiden Gerichte eigentlich jedes chinesische Restaurant kochen können muss, denn damit kann man die Qualität der Küche testen. Wenn diese beiden Gerichte nicht schmecken oder nicht gekocht werden können, dann wird auch der Rest nichtgut sein.

Danach war ein recht überstürzter Abschied von unserem Guide. Sein Sohn war krank geworden und musste operiert werden, weswegen er für seine Familie da sein wollte. Er hatte für uns schon am Morgen wie neben der Spur gewirkt und nun hatten wir erfahren warum. Natürlich haben wir ihn ziehen lassen und wurden also nicht zurück nach Hause gefahren. Der Fahrer fuhr ihn wohl direkt zum Krankenhaus.

In Wangfujing waren wir dann nun also wieder alleine und wir nutzten das, um noch im Buchladen meine  Romane zu Three Kingdoms zu holen und um noch Musik zu kaufen. Auch wollte ich gern die TV Serie „Three Kingdoms“ von 2012 haben, doch die gab es nicht.
Sonst stiefelten wir noch etwas durch die Verkaufsstäde des recht grossen Verkaufstrubels, der auch als Nachtmarkt bekannt sein sollte. Dort versuchte ich mich wieder im Handeln. Postkarten für 15 statt 35 Yuan und eine Guan Yu Figur, die ich aber nicht geholt hatte, denn ich machte eine unverschämt niedrige Angabe für die Figur, weswegen dann von der Verkäuferin abgebrochen wurde.

So ging der Tag also auch weder vorbei und wir freuten uns schon auf die Mauer.

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