Tag 6 – Xi’an > Beijing – Alte Stadtmauer, Moschee und Baozi

17 Aug

Der letzte Tag in Xian war vom Aufstehen her lässig. Wir hatten so eine Menge Zeit, die wir tot zu schlagen hatten, dass wir doch glatt das Frühstück im Hotel zeitlich vergessen hatten und noch etwas von unserem Sesambrot mümmelten. Gut, dass wir das 2 Tage zuvor gekauft gehabt hatten.

12 Uhr war Auschecken angesagt und unser Guide kam uns abholen, da wir noch die Mauer und die Islamstrasse betrachten wollten. Wieder ging es mit dem Auto, in dem nun unser ganzes Gepäck lagern sollte, zum nächsten Punkt, der Mauer, die Xians Innenstadt mit Shoppingmeilen und dem Glocken- und Trommelturm umgibt.

Auf dieser kann man mit einem kleinen Touristen-Elektrobus fahren, aber auch mit Fahrrad und Tandem. Einige Chinesen nutzten die Möglichkeit, aber wir konnten das nicht, denn wir hatten nur 15 schlappe Minuten, um auf der Mauer entlang zu gehen. Also hin bis zur nächsten Hauptstrasse, gelaufen, nicht wie andere westliche Touristen mit dem kleinen Elektrobus, ein paar Fotos geschossen und husch in ein Restaurant,in dem wir dann Bauzi und Jiaozi bekommen sollten, da Xian ja für seine Teigtaschen bekannt ist.
Auf dem Weg zum Restaurant war eine Strassenhändlerin, die Obst verkaufte und ihr kleines Kind bei sich hatte. Es sah mich mit grossen Augen an und sagte „Hello“. Es war vielleicht drei oder vier Jahre alt. Ich lächelte es an, sagte auch „Hello“ und reichte dem Mädchen die Hand, die sie dann kurz schüttelte und megaglücklich aussah. Einfach nur ein absoluter Jöh Effekt. Total süss :3 Dann ginges ins Restaurant, wo optisch schonmal ein paar der Teigtaschen ausgestellt wurden.

Leider durfte auch hier unser Guide nicht mit uns essen, obwohl das Essen locker gereicht hätte. In der Hitze hatten wir nämlich nicht viel davon geschafft, auch wenn viele der Teigtaschen total lecker waren. Als wir unseren Guide darauf ansprachen, meinte sie, dass sie unten essen würde, denn das Restaurant hatte mehrere Stockwerke und wir hatten oben Bedienung und das teurere Essen, unten war dann das Essen für die normalen Chinesen mit Selbstbedienung. Ehrlich gesagt fanden wir das sehr schade und am liebsten hätte ich meine Teller geschnappt und wäre mit nach unten gekommen, aber ja, was soll man machen… Die meisten westlichen Besucher wollen eben in schnöden Nobelhotels wohnen, die so gar keinen Stil haben und in Restaurants essen, wo man vom Boden am besten Essen könnte oder wenn das nicht gegeben ist, einem das Essen am besten von selbst ins Maul fliegt. Allerdings hätten wir beide es lieber gehabt, wenn man da hätte wählen können. Vielleicht ein Hotel mit weniger Sternen, dafür hübscheren Stils und vor allem Essen mit unserem Guide zusammen, denn in der chinesischen Kultur ist es ein Unding, dass man beim Essen getrennt wird und nicht miteinander über private Dinge reden kann. Wir waren richtig froh, wieder zurück nach Beijing zu fahren, denn das Hotel war zwar schön, wenn man auf so was steht, aber uns hat es nicht angesprochen und wir wollten wieder in unser Bamboo Garden Hotel mit den schönen gemütlichen Zimmern im alten chinesischen Stil der Quin Dynastie in Kaisergelb mit Holzmöbeln, keinen umständlichen Mist an den Decken, sondern toller, verzierter Tapete und einem kleinen Sitzbereich mit ganz breiten, einladenden, alten Stühlen… Da passte alles, da hatten wir uns wohl gefühlt und da wollten wir auch wieder hin. Also trauerten wir Xian nicht wirklich nach, waren aber auch der Meinung, dass wir später dort noch andere Dinge uns ansehen mussten, also dann, wenn wir wieder einmal nach China zurückkehren sollten.

Das Essen war wie gesagt lecker, bis auf einen Dumpling hat mir alles geschmeckt, aber wir hatten bei der Hitze auch nicht so grossen Hunger und nur einen kleinen Teil dieses riesengrossen Aufgebots an Speisen essen können. Die Bedienung fand ich etwas zurückhaltend und steif, ein wenig unfreundlich wirkend und das Separee in dem wir sassen strahlte auch nicht gerade Gemütlichkeit aus. Da war ein Krankenzimmer mit einem Bilderrahmen an der Wand gastfreundlicher eingerichtet. Das Restarant war übrigens gleich beim Trommelturm und wir waren am ersten Xian-Tag dort vorbei gekommen und hatten uns gefragt, ob wir dort essen gehen würden. Tja, dem war ja dann auch so gewesen.
Nach dem Essen, die Bedienung sah auch nicht sehr glücklich aus, dass wir nur ungefähr die Hälfte des Essens geschafft hatten, ging es in die gleich dort gelegene Muslimenstrasse. Die Muslime in Xian sind fast alle ohne Arbeit und haben deswegen jeder sein kleines Geschäft.

Deswegen steht dort Stand an Stand und jeder will dir etwas verkaufen. Trotzdem sind sie nicht so aufdringlich, wie man das von arabischen Märkten hört. Sie fragen nach, aber wenn man weiter geht, oder Buja sagt, dann lassen sie von einem ab. Dort liegt dann auch, wie sollte es ander sein, ihre Moschee und wer jetzt eine typische muslimische Kirche erwartet, der irrt gewaltig. Die Moschee in Xian sieht aus wie ein Kloster von Buddhisten, alles also traditionell chinesisch erbaut. Es erinnert nur die Tafel mit den Uhrzeiten zum Beten und dem Bild von Mekka an die wahre Bedeutung der Bauten. Die Islamisten feiern hier gerade den Fastenmonat und wir wurden dann auch gebeten die Fläche zu verlassen, denn die Herren begannen sich gen Mekka zu knien und zu beten. Allah im Himmel…übrigens in chinesisch, nicht auf arabisch. Auch wird hier der Islam wohl etwas seichter ausgelegt…zumindest ist es selten in Xian, dass plötzlich zur Gebetszeit ein Muslime seinen Teppich ausrichtet und mitten auf dem Gehweg oder wo er auch immer gerade ist, betet. Im Hotel konnte man übrigens sogar einen Gebetsteppich ausleihen.

Nach dem Besuch verliessen wir dann Xian, verabschiedeten uns von unserem Guide und dem Fahrer, der viel zu schnell wieder weg musste und traten dann die Heimreise an. Ja, wir nennen Beijings Bamboo Garden momentan unser Zuhause 🙂

In Xian gab es Flugverzögerungen, da eine Maschine nach Nanjing technische Probleme hatte und eine andere ebenfalls Wartezeiten generiert hatte. Wir konnten zwar nur mit einer Viertelstunde Verzögerung das Boarding beginnen, doch mussten wir dann im Flugzeug warten. Toll, wenn man aufs Klo muss…

Unser Flieger flog dann los, das Klo war pausenlos von anderen besetzt, also versuchte ich zu schlafen und zu lesen und Roger sass dieses Mal am Fenster. Neben mir war noch ein Chinese, der bedrohlich nahe in meinen Privtraum rutschte, als er vorm Abendessen einfach mal eingenickt war und grunzte…

Das Essen war irgendwas mit Huhn, Karotten, Packchoi und joa…Reis eben. War jetzt nicht überragen, aber war essbar und sättigte. Mit ca. 1h Verspätung kamen wir dann in Beijing an und suchten erst einmal das Klo auf. Lustigerweise waren alle Gates dicht, sodass wir noch mit dem Bus fahren mussten und ich dämmelte von einem Fuss auf den anderen.

Bei der Gepäckausgabe wars dann wieder ok, alles war in einen gurgelnden Abfluss geruscht und ich wartete aufs Gepäck, mit dem es keine Probleme gab, während Roger noch bei den Männern versuchte ein bisschen was los zu werden.

Dann suchten wir unseren Guide, denn er wollte uns ja abholen. Wir sollten auf einen Zettel achten mit unserem Namen, doch da war keiner und auch kein vertrautes Gesicht. Gate C hatte viele Personen, die auf andere warteten, nur unser Guide nicht. Also versuchten wir es bei Gate B, wo die steinerne Drachenwand war, doch auch da war niemand. Also nochmal zurück zu C. Dort standen wir ein wenig rum, entschieden uns dann einen Ausgang zu suchen, weil etws von einem Ausgang im Beschrieb des Programms stand, doch da war die Schwierigkeit: WELCHER?

Der zumParkhaus, zu den Bussen, zum Zubringer oder wie?

Also standen wir hilflos bei Gate B rum und plötzlich erspähte ich unsern Guide, der von Gate A winkend rübergerannt kam. Er entschuldigte sich fürs Warten und meinte, dass es immer schiwerig ist beim Beijinger Flughafen, da es einen Ausgang, Gate B für die internationalen Flüge gibt und zwei, nämlich A und C, für die nationalen. Er hatte sich natürlich voll an den Falschen gestellt. Naja, aber hatten uns ja gefunden und alles war gut 🙂

Im Hotel zurück freuten wir uns und genossen das Zimmer, dieses Mal nicht die 204, sondern die 203. Eigentlich fast gleiches Zimmer mit etwas anderer Tapete und alles gespiegelt angeordnet. Auch haben wir jetzt einen Bick in den Garten zur VIP Lounge und dem EIngangsbereich unseres Hotelabschnittes.

Fühlten uns gleich wieder heimisch und angekommen 😀

Morgen treffen wir uns dann zehn Uhr mit unserem Guide am Eingang und gehen das Lamakloster besuchen und den Sommerpalast.

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